Was ein Verkehrspsychologe macht, welche Qualifikation nötig ist und wie Sie einen anerkannten Berater finden.
Der Verkehrspsychologe ist die zentrale Ansprechperson auf dem Weg zur bestandenen MPU – und der Unterschied zu einem "normalen" Psychologen ist größer, als viele denken.
Ein Verkehrspsychologe führt die sogenannte verkehrspsychologische Beratung nach §71 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) durch. In dieser Beratung arbeiten Sie gemeinsam die Ursachen Ihres Delikts auf – Alkohol, Drogen, Punkte oder aggressives Fahrverhalten – und erarbeiten eine tragfähige, dauerhafte Verhaltensänderung. Genau diese Veränderung ist es, die später im psychologischen Gespräch der MPU glaubhaft dargelegt werden muss.
Nicht jeder approbierte Psychologe darf verkehrspsychologische Beratung im MPU-relevanten Sinn anbieten. Zusätzlich zum Psychologie-Studium ist eine spezielle Zusatzausbildung nötig: der Titel "Fachpsychologe/-in für Verkehrspsychologie (BDP)", zertifiziert über die Deutsche Psychologen Akademie im Auftrag des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Alternativ erkennt auch die Deutsche Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP) eine vergleichbare Qualifikation als Berater, Kursleiter oder Gutachter an. Ohne diese Zusatzqualifikation wird eine Beratung von Gutachtern und Behörden in der Regel nicht als einschlägige Vorbereitung anerkannt.
Gemeinsame Aufarbeitung, wie es zum Delikt kam – Auslöser, Muster, persönliche Umstände.
Nicht nur "was" ist passiert, sondern "warum" – die eigentliche Grundlage für glaubhafte Veränderung.
Konkrete, individuelle Strategien, wie sich das Verhalten dauerhaft ändert – keine Standardfloskeln.
Üben, die erarbeiteten Inhalte klar und konsistent darzustellen.
Ein Verkehrspsychologe kann Sie begleiten und strukturieren – die eigentliche Verhaltensänderung müssen Sie selbst erarbeiten und im Gespräch glaubhaft vertreten. Genau hier ergänzt strukturierte Online-Vorbereitung die klassische Beratung sinnvoll.
Einzelsitzungen kosten laut ADAC ab etwa 100 €/Stunde, komplette Beratungspakete meist 800-2.000 €. Details finden Sie in unserer MPU-Kosten-Übersicht.
Rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben, aber in der Praxis für die meisten Betroffenen der sinnvollste Weg zu einer glaubhaften Aufarbeitung. Alternativ ist strukturierte Selbstvorbereitung, z.B. online, möglich.
Warnsignale sind Erfolgsgarantien, vorformulierte "Musterantworten" zum Auswendiglernen oder das Fehlen einer erkennbaren Fachpsychologen-Zertifizierung.
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