Der Brief von der Führerscheinstelle mit der Anordnung einer MPU wegen Alkohol löst bei den meisten Betroffenen erst einmal Unsicherheit aus. Das ist normal – und es ist kein Grund zur Panik. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung ist kein Verhör, sondern ein strukturiertes Verfahren, das prüft, ob Sie Ihr Verhalten im Straßenverkehr nachhaltig verändert haben. Wer weiß, was auf ihn zukommt, kann sich gezielt vorbereiten und die Untersuchung deutlich gelassener angehen.
Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet eine MPU in der Regel an, wenn bestimmte Promillegrenzen überschritten wurden, wiederholt Alkohol am Steuer auffällig geworden ist, oder wenn Anzeichen für einen problematischen Umgang mit Alkohol vorliegen. Ziel der Untersuchung ist es nicht, Sie zu bestrafen – das ist bereits durch Bußgeld, Punkte oder Führerscheinentzug geschehen. Die MPU soll klären, ob von Ihnen zukünftig noch ein erhöhtes Risiko im Straßenverkehr ausgeht.
Auch wenn jede Begutachtungsstelle im Detail leicht unterschiedlich vorgeht, folgt die MPU einem festen Grundgerüst:
Das psychologische Gespräch ist erfahrungsgemäß der Teil, vor dem die meisten Menschen am meisten Respekt haben. Hier zählt vor allem, dass Sie ehrlich und nachvollziehbar schildern können, was sich in Ihrem Leben seit dem Vorfall verändert hat.
Wer schnell wieder fahren möchte, sollte frühzeitig mit der Vorbereitung beginnen. Je nach Fall wird häufig ein Abstinenznachweis über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten gefordert, der durch regelmäßige Haar- oder Urinproben bei einem anerkannten Labor dokumentiert wird. Dieser Nachweis lässt sich nicht nachträglich verkürzen – wer ihn erst kurz vor der geplanten MPU beginnt, verliert wertvolle Zeit. Rechnen Sie zusätzlich mehrere Wochen für die Terminvereinbarung bei der Begutachtungsstelle und für die Auswertung des Gutachtens ein.
Eine gute Vorbereitung besteht aus mehreren Bausteinen, die ineinandergreifen:
Gutachter erkennen sehr genau, ob jemand nur eine Rolle spielt oder ob eine echte Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit stattgefunden hat. Genau deshalb lohnt es sich, nicht auf schnelle Tricks zu setzen, sondern den Prozess ernst zu nehmen.
Die MPU wegen Alkohol ist für viele Betroffene eine der größten Hürden auf dem Weg zurück zum Führerschein – aber sie ist mit der richtigen Vorbereitung gut zu bewältigen. Wer sich frühzeitig informiert, die notwendigen Nachweise strukturiert angeht und sich professionell beraten lässt, verbessert seine Chancen auf ein positives Gutachten erheblich.
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