Wer sich wegen Alkohol auf eine MPU vorbereitet, stößt früher oder später auf Begriffe wie GGT, CDT oder MCV. Diese Leberwerte tauchen häufig in ärztlichen Attesten und Laborberichten auf, die für die Begutachtung eine Rolle spielen können. Doch was genau sagen sie aus – und was nicht? Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Blutwerte ein und zeigt, wie sie im Zusammenspiel mit anderen Nachweisen bewertet werden.
Bei Verdacht auf problematischen Alkoholkonsum werden meist mehrere Laborwerte gemeinsam betrachtet, da keiner davon allein ein vollständiges Bild liefert:
In Gutachten werden diese Werte in der Regel im Kontext weiterer ärztlicher Befunde besprochen, nicht isoliert als Einzelnachweis.
Der wichtigste Punkt vorab: Blutwerte allein ersetzen keinen strukturierten Abstinenznachweis, wie er über Haaranalysen oder Urinkontrollen (EtG/EtS) geführt wird. Sie liefern eher zusätzliche Hinweise auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Leber und können auffällige Trends unterstützen oder relativieren.
Gerade weil GGT, CDT und MCV auch durch andere Faktoren beeinflusst werden können, ziehen Gutachterinnen und Gutachter sie meist als ergänzenden Baustein heran und stützen ihre Einschätzung zusätzlich auf das psychologische Gespräch sowie – wo gefordert – auf spezifische Abstinenznachweise.
Wird im Rahmen der Vorbereitung ein Kontrollprogramm mit Blutwerten vereinbart, folgt es meist einem festen Ablauf mit mehreren unangekündigten Terminen über den vereinbarten Zeitraum.
Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt beziehungsweise der Begutachtungsstelle, welche Werte in Ihrem Fall sinnvoll sind und wie sie in das Gesamtbild der Begutachtung einfließen. Ein einzelner unauffälliger Wert bedeutet nicht automatisch, dass keine weiteren Nachweise nötig sind – ebenso wenig, wie ein einzelner erhöhter Wert automatisch gegen Sie ausgelegt wird. Entscheidend ist stets das Gesamtbild aus Laborwerten, ärztlicher Einschätzung und dem psychologischen Gespräch.
GGT, CDT und MCV können wertvolle Zusatzinformationen liefern, sind aber kein Ersatz für einen strukturierten Abstinenznachweis. Wer versteht, wofür die einzelnen Werte stehen und wo ihre Grenzen liegen, kann Rückfragen im Gespräch gelassener begegnen und die eigene Vorbereitung gezielter planen.
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