Wenn eine MPU wegen Alkohol- oder Drogenauffälligkeiten ansteht, taucht früher oder später eine zentrale Frage auf: Wie weise ich eigentlich nach, dass ich abstinent lebe oder kontrolliert konsumiere? Die Antwort ist wichtiger, als viele zunächst denken, denn ein sauberer, lückenloser Abstinenznachweis gehört bei den meisten Gutachten zu den Grundvoraussetzungen für ein positives Ergebnis. Hier ein Überblick, welche Nachweisarten es gibt, wie sie ablaufen und worauf Sie achten sollten.
Die Gutachterinnen und Gutachter bei der MPU wollen nicht nur wissen, was Sie über Ihr Verhalten sagen, sondern auch, ob sich das im Alltag tatsächlich widerspiegelt. Ein Abstinenznachweis liefert dafür die objektive, messbare Grundlage. Er zeigt über einen längeren Zeitraum, dass eine angekündigte Verhaltensänderung nicht nur eine Absichtserklärung im Gespräch war, sondern gelebte Praxis ist. Gerade weil Selbstauskünfte allein wenig aussagekräftig sind, verlangen die Begutachtungsleitlinien in vielen Fällen einen kontrollierten, von unabhängigen Stellen dokumentierten Nachweis.
Je nach Substanz und individueller Fragestellung kommen unterschiedliche Verfahren infrage:
Nach der Anmeldung bei einer anerkannten Stelle wird zunächst festgelegt, welcher Nachweis zu welchem Zeitraum passt. Danach folgen die Termine für Proben, die je nach Programm angekündigt oder unangekündigt stattfinden. Wichtig ist, dass alle Termine tatsächlich wahrgenommen werden. Ein einzelner verpasster Termin kann je nach Programmbedingungen dazu führen, dass die gesamte Nachweiskette neu beginnen muss. Am Ende des Zeitraums erhalten Sie eine Bescheinigung, die Sie zur MPU mitbringen und die von der Begutachtungsstelle geprüft wird.
Es gibt keine pauschale Zahl, die für jeden Fall gilt. Je nach Fragestellung, Vorgeschichte und angeordneter Auflage bewegen sich Nachweiszeiträume häufig zwischen sechs und zwölf Monaten, in manchen Konstellationen auch länger. Entscheidend ist, was in Ihrem konkreten Fall gefordert oder empfohlen wird. Wer sich unsicher ist, sollte das frühzeitig mit einer Beratungsstelle oder dem durchführenden Institut klären, statt auf gut Glück zu starten und später feststellen zu müssen, dass der gewählte Zeitraum nicht ausreicht.
Ein sauberer Abstinenz- oder Kontrollnachweis ist kein bürokratischer Selbstzweck, sondern der objektive Beleg dafür, dass eine Verhaltensänderung tatsächlich stattgefunden hat. Wer frühzeitig das passende Programm wählt, Termine zuverlässig wahrnimmt und den Nachweis mit einer inhaltlichen Vorbereitung auf die MPU verbindet, schafft eine solide Grundlage für ein positives Gutachten. Bei Unsicherheiten lohnt sich eine individuelle Beratung, um den für die eigene Situation richtigen Weg zu finden.
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